📌Ines Geipel: "Landschaft ohne Zeugen"
Im Rahmen der Sonderausstellung „Nicolas Daubanes. Le feu intérieur“ liest Ines Geipel aus ihrem Buch Landschaft ohne Zeugen (2026). Ein Buch, das bewegt, das aufwühlt und viele Fragen aufwirft: In ihrem Sachbuch Landschaft ohne Zeugen beleuchtet Ines Geipel ein düsteres Kapitel in Buchenwald. Haben die Kommunisten im Lager aktiv mit der SS kollaboriert? Laut Ines Geipel entschieden sie in großem Maße darüber, wer in der Endphase des Lagers vor 1945 leben durfte, und wer sterben musste. Die Bedingungen der Buchenwald-Häftlinge hatte sich noch einmal drastisch verschlimmert. Oft wurden tödliche Injektionen verabreicht von den Insassen, die der im Lager sehr starken Kommunistischen Partei angehörten, so Geipel. „Die Hierarchie der Opfer, die Giftexzesse, die in der Endphase aufkeimende Hoffnung, das Lager doch noch zu überleben. Aber wer durfte leben?“ Ein bestürzendes, hochaktuelles Buch über die alte und neue Unfähigkeit zu trauern und die Erinnerungskälte nach zwei Diktaturen. Ines Geipel, geboren 1960, floh 1989 nach ihrem Germanistik-Studium von Jena aus nach Darmstadt und studierte dort Philosophie und Soziologie. Das zentrale Thema ihrer Arbeit als Autorin und Herausgeberin ist die deutsche Gewaltgeschichte sowohl des Nationalsozialismus als auch der DDR-Diktatur. 2011 erhielt Ines Geipel das Bundesverdienstkreuz am Bande, 2020 den Lessingpreis für Kritik, 2021 den Marieluise-Fleißer-Preis und 2023 den Erich-Loest-Preis und zuletzt den Geschwister-Scholl-Preis 2026. Ihr Buch Fabelland wurde für den Deutschen Sachbuchpreis 2025 nominiert. Mit Landschaft ohne Zeugen war sie für den Preis der Leipziger Buchmesse 2026 in der Kategorie Sachbuch / Essayistik nominiert. Tickets online unter https://shop.kunsthalle-karlsruhe.de/de/veranstaltungen/138/?date_id=1479 oder in der Orangerie an der Kasse während der Öffnungszeiten. Eine Kooperation mit der Kunsthalle Karlsruhe. Ines Geipel: © Gaby Gerster 2024